Maeandertaler

Ansichten, Aussichten, Auswuechse eines Mäanderers

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War schon eine ganz gute Party gestern. Verstehe aber nicht, warum viele Single-Ladies beim Tanzen immer die Diva mimen müssen. Mir ist dieses “ich ziere mich erstmal, damit Du mich erobern musst”-Spiel echt zu blöd. Ist ja schon beim “Dating” blödsinnig, aber beim Tanzen?! Hallo! Du findest mich gut, ich find Dich gut, ist doch alles klar. Direktheit ist Trumpf.

Denke, da müssen viele noch viel entspannter werden.

Mäandertaler, 2012

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Non-Stop-Lifestyle

Wie wahrscheinlich nicht unüblich, wenn man nach langer Zeit wieder in der Lage ist, die Vorzüge des Singlelebens in vollen Zügen auszukosten, entdecke ich gerade den Non-Stop-Lifestyle. Der macht Spaß, nur der Schlaf kommt eindeutig zu kurz und auf Dauer wird ihn wohl auch die beste Leber nicht mitmachen. 

Am Dienstag war bekanntlich Champions League mit Bier, Whiskey und Naturprodukt à la Marsi. Der Mittwoch ging dann Standesgemäß weiter. Nach einem Besuch in der Kneipe meines Gastgebers B. (Messepreisen sei Dank hieß es letzte Woche private accomodation statt Hotel, was im Grunde aber eh cooler ist) ging es am frühen Abend dann via persönlichem Shuttle Service von B. zu C., wo ich den Rest der Woche zu wohnen gedachte. 

Nach einem kurzzeitigen Anflug von knatschigem Pussylism (im negativen Sinne) auf Seiten C’s stand dann, nach erfolgreichem Exorzismus des selbigen, schließlich doch ein Ausflug in den coolsten Mainzer Club auf dem Programm. Allerdings: Nicht zu lange, denn für den Donnerstag Morgen hielt mein Kalender einen wichtigen Kundentermin für mich parat. 

Angekommen im Club waren wir erstmal schockiert: Mittwochs ist dort irgendeine Indie- / Alternative-artige Party; kombiniert mit dem Umstand, dass gerade das neue Semester angefangen hatte, rechneten wir natürlich mit der massenhaften Anwesenheit netter Erstsemesterdamen - einer der Hauptgründe, der C. schließlich doch noch überzeugt hatte, keine Pussy zu sein (sondern, genau, eine zu suchen) - doch als wir ankamen war quasi nichts los.

Was war passiert? Sollte der Club, der C. durch sein ganzes Studium begleitet hatte, etwa allmählich vom coolsten Club der Stadt zum Auslaufmodell geworden sein? Waren diese ganzen Neustudenten etwa lieber in der örtlichen Großraumdisse oder im Schickie-Mickie-Club, statt im coolsten Club der Stadt? Kaum vorstellbar, aber genau das war unsere Befürchtung, die wir erstmal in einer bierschwangeren Schimpftirade auf die Studis von heute (C. ist immerhin schon in den zweistelligen Semesterzahlen und damit altes Eisen!) artikulierten. 

Zu unserer Schande muss man gestehen, dass wir tatsächlich schon um ca. 23:30 erschienen waren. In einer mittelgroßen deutschen Stadt geht man nun allerdings wirklich davon aus, dass an einem Mittwoch um diese Zeit entweder schon was los ist, oder einfach Ebbe bleiben wird. Also beschlossen wir, zur nächsten Location weiterzuziehen. Auf dem Weg nach draußen kamen uns dann zwar ein paar Neuankömmlinge entgegen, wohlgemerkt drei reine Mädelsgruppen, aber wir gingen dennoch. Glücklicherweise hatten wir aber die Idee, zuerst noch in der Gasse um die Ecke zu verschwinden, um uns mit Marsis Naturprodukt zu befassen. 

Derart frisch gestärkt führte unser Weg abermals vorbei am Eingang zum besten Club der Stadt. In einem Anflug von Vernunft - ich hatte ja meinen Termin im Kopf und C. wollte am nächsten Morgen auch einiges erledigen - entschlossen wir spontan, einfach noch ein Bier und eine Kippe im coolsten Club zu genießen, um uns anschließend auf den Heimweg zu begeben. 

Doch wie der Abend so wollte, war es bei unserer Rückkehr an den Ort des Geschehens schon deutlich voller und nach einer Zigarette - Mainz gehört ja zu den tollen Orten, an denen Indoor-Rauchen auch noch außerhalb der eigenen vier Wände legal ist - war sogar der Dancefloor einigermaßen bevölkert. Zeit also für einen Whiskey, ein weiteres Bier und ein bisschen James Dean-mäßig das Publikum beziehungsweise dessen weiblichen Teil begutachten. 

Danach gingt es dann Schlag auf Schlag. Tanzen, mehr Bier, Gin-Tonic, Bier, Vodka-Bull, mehr Bier, tanzen. Da aber gegen halb zwei immer noch keiner von uns eine Frau erspäht hatte, die dem Beuteschema entsprach, und zudem die musikalische Untermalung keinen von uns begeisterte, sondern eigentlich nur als Mittel zum Zweck - nämlich dem Anlocken interessanter weiblicher Geschöpfe - dienen sollte, machten wir uns dann doch auf den Heimweg. 

Zu Hause angekommen ließen wir den Abend dann im Antlitz von Marsis Naturprodukt ausklingen. Mein Wecker würde ja schon um 07:00 Uhr klingeln, weshalb ich um halb drei dann durchaus nicht unglücklich war, im Bett zu liegen. Eine reelle Chance auf vier Stunden Schlaf im Vorfeld von wichtigen Terminen ist bekanntlich durchaus eine feine Sache! 

Der nächste Morgen: Ich schlage die Augen auf. Die Sonne lacht ins Fenster. Mein erster Griff geht direkt zum Handy, Uhrzeit checken. Alles gut: 6:58 Uhr. Der Wecker klingelt erst in zwei Minuten; spitze! Nochmal auf die Seite gedreht und zehn Minuten später dann tatsächlich aufgestanden. Es geht mir blendend. Duschen, das Business-Kasper-Outfit anziehen, seriöse Frisur anlegen und wie immer ohne Frühstück das Haus verlassen. Alles bestens und gut in der Zeit. 

Pünktlich und guter Dinge saß ich also in der Tram zum Hauptbahnhof, als ich plötzlich realisierte: Alter, Du bist noch ziemlich hacke! Am Bahnhof besorgte ich mir dann ein Frühstück auf die Hand und hoffte, dass ich zumindest noch bis zum Ende des Termins nicht schlagartig nüchtern und damit den Tiefpunkt erreichen würde.

So war es dann auch. Der Business-Teil des Tages endete dann zum Glück, zumindest vor Ort beim Kunden, schon gegen 17:00 Uhr und ich machte mich auf den Weg nach Mainz. Da C. allerdings dem Brötchenverdienen nachging und vergessen hatte, einen Schlüssel für mich zu deponieren, besuchte ich erstmal B. in  der Kneipe.

Da es dort leider keinerlei Steckdosen gab, kam arbeiten zunächst mal nicht in Frage. Ergo: unproduktiv sein - hat ja auch mal seine Vorzüge. Bei Malzbier, Pasta, guter Lektüre, einem Plausch mit B. und seiner süßen Kollegin wartete ich darauf, von B. nach Arbeitsende kontaktiert zu werden. Es kam aber besser: er fuhr mit seinem Auto vor und holte mich direkt ab. 

Bei ihm angekommen erledigte ich noch ein bisschen Arbeit, bis er mich mit Hilfe von Marsis Naturprodukt erlöste. Auf der Abendplanung stand die Hiphop Party, abermals im coolsten Club der Stadt. Erstaunlicher Weise war sogar B., der aktuell in einer Phase der exzessiven Consciousness und esoterisch angehauchten Selbstfindung steckt, motiviert. Erstaunlich, da er in letzter Zeit häufig betont, eigentlich zu alt dafür zu sein, mehrere Tage am Stück zu feiern und folglich zum Pussylism neigt. Schön also, hier keine Überzeugungsarbeit leisten zu müssen.

Da ich auch am Freitag morgens beim Kunden erwartet wurde, sah mein Plan in etwa wie folgt aus: 

Gegen zehn bei B. an der Kneipe sein und dort versuchen, seine süße Kollegin zum Mitkommen zu bewegen. Anschließend gegen 23:30 in den Club, bis drei feiern und dann gegen halb vier im Bett zu liegen - am liebsten mit der Kellnerin. Ansonsten sind Hiphop-Parties ja erfahrungsgemäß nicht der beste Ort, um Frauen kennenzulernen, da das Publikum meist zu ca. 85 Prozent aus männlichen Zeitgenossen besteht und Solo-Frauen kaum anzutreffen sind. What a shame, by the way! 

C’s Zeitmanagement - oder vielmehr dessen vollständigem Fehlen - war es dann jedoch geschuldet, dass wir erst gegen kurz vor 00:00 Uhr in der Kneipe ankamen. Die süße Kollegin war natürlich nicht mehr da. Also ein Bier trinken, mit ein paar Locals quatschen und auf B. warten. Um 01:00, so versicherte er uns, wolle er den Laden zuschließen und mit uns in den Club ziehen.

Die Gäste sahen die Lage jedoch ein bisschen anders und so war es dann viertel vor zwei, als wir endlich loskamen. Da wir mittlerweile einige Bekannte von B. und C. um uns gescharrt hatten, gestaltete sich der Weg dann auch noch ein wenig langsamer als normal. Auf jeden Fall nette Gesellschaft und coole Menschen, doch wenn der nächste Arbeitstag schon grimmig über die Schulter schielt, hat man es doch ein bisschen eiliger und findet jede noch so sympathische Verzögerung tendenziell nervig. Schließlich hat der Mensch ja gute Vorsätze und Pflichtbewusstsein, insbesondere wenn er zur Gattung der Mäandertaler zählt. Sprich: Ich wollte gerne um spätestens halb vier besoffen sein und obendrein zumindest noch ein bisschen Schweiß auf der Tanzfläche gelassen haben. 

Doch daraus wurde nichts. Als wir gegen halb drei endlich den Club erreichten und dank B’s hervorragendem Beziehungsgepflecht - wer bitte ist so geil und bringt dem Türsteher erstmal frische Paninis mit?! - sogar jeglichen Eintritt sparten, führte uns der Weg geradewegs an die Bar im Raucherbereich. Dort erwarteten uns: Bier, Whiskey und ein paar ausgesprochene gutaussehende Mädels - ohne männliche Begleitung! Nach einer schnellen Runde bouncen in der Crowd fand ich C. dann auch schon mitten im Gespräch mit der Frau vor, die auch meine Aufmerksamkeit erregt hatte. Also gesellte ich mich schnurrstracks dazu. Bald tanzte ich mit ihr, Bier und Whiskey flossen und irgendwann saß das Mädel - P. ihr Name - zwischen einem sichtlich angetanen B. und meiner Wenigkeit. Doppelte Aufmerksamkeit, die ihr ebenfalls offensichtlich, gar nicht mal so schlecht gefiel. 

Als dann im Club das Licht anging, war klar: Früh ins Bett kommen ist nicht. Da P. allerdings hungrig war und sie ihre Freundin - die freundlicherweise gut vom treu vergebenen B. beschäftigt wurde - nicht im Stich lassen wollte, war leider außer einer guten Zeit nicht noch mehr drin. C., der ursprünglich im Laufe des Abends mal Shotgun auf P. reserviert hatte, seine Position dankenswerter Weise jedoch auf “was immer passiert, passiert” revidierte, machte dann lieber noch ein obskures Date in der Kirche aus, als sich die Nummer zu besorgen. Da ich als Nicht-Mainzer dann doch denke, dass meine Freunde auf lokal ansässige Damen Vorzugsrechte haben, beließen wir es dabei und machten uns auf den Heimweg.

Zwar hatten wir keine Nummer und auch kein Betthupferl abgestaubt, aber beide eine Frau kennengelern, die uns deutlich geflasht hat. Auch wenn nichts läuft, ist es doch ein gutes Gefühl ab und an zu sehen, dass es auch noch wirklich interessante Frauen gibt.

In C’s Domizil angekommen gab es noch Marsis Wunderwaffe und Männergespräche über Frauen, Liebe, Sex und das Großstadtleben moderner Singles.

Aber Stop: Ich hatte ja einen Termin “am nächsten Morgen”. Nein, realistisch eingeschätzt eher in wenigen Stunden. Gegen halb sieben bin ich dann ins Bett, entgegen C’s Ratschlag, besser durchzumachen. Der Wecker sollte um 07:30 Uhr klingeln. Tat er aber nicht. Ich Idiot hatte mein Handy nicht mehr an den Akku gesteckt und so ging es aus, bevor es seiner Pflicht nachkommen konnte. 

Um kurz nach neun wurde ich dann am Freitag wach. Fuck, verschlafen! Also fertigmachen im Expressdurchgang, dem Kunden eine Mail schreiben, dass ich mich etwas verspäte und bei all dem realisieren, dass ich w-a-h-n-s-i-n-n-i-g-e Kopfschmerzen habe. Glücklicherweise kein Problem, von dem ich häufig betroffen wäre, aber an diesem Morgen dröhnte mein Schädel, als wäre Rick Ross mit seinem Hummer auf meinen Kopf gefahren um dort erstmal die Hydraulikpumpe für eine Stunde zu aktivieren. Nicht gut. 

Der Morgen beim Kunden war denn auch kaum auszuhalten, nach dem Mittagessen wurde es zum Glück besser. Ob meines Zustandes nahm ich dann auch von der attraktiven freitäglichen Party-Option gedanklich Abstand und stellte mich auf zumindest einen alkoholfreien Abend bei meinen Eltern ein. Bis mir wieder einfiel: Damn, einer der Hauptgründe des Besuchs ist doch das Leeren dieser vorzüglichen 1,5 Liter großen Rotweinflasche, die ich dort vor ein paar Wochen deponiert hatte. Diese wurde dann also am Abend noch erfolgreich gekillt.

Am Samstag fuhr ich dann zurück in die Heimatstadt und nach einer kurzen Stippvisite in der Homebase ging es dann mit meinem guten Freund S. auf Kneipentour durchs Westend mit ein paar weiteren Freunden. Dort entdeckten wir dann alle gemeinsam die CU.BAR, ein für Münchener Verhältnisse überdurchschnittlich cooler Laden, in dessen Katakomben wir dann über Bier und Whiskey das Steuersystem reformreif diskutierten. Weil der Rest der Truppe anschließend nicht mehr in Feierlaune war, machte ich mich alleine auf den Weg zum Crux und war gar nicht so enttäuscht, als ich um halb vier erfuhr, dass aufgrund akuter Überfüllung nur noch Menschen mit Platz auf der Gästeliste willkommen wären. 

Auch wenn ich wirklich noch gerne ein bisschen getanzt und mehr über die Qualität der anwesenden Damen erfahren hätte, muss ich im Nachhinein sagen: vielleicht gar nicht so schlecht für meine physische Verfassung…

Nach einem unspektakulären Sonntag mit nur ein paar Bier ging es dann heute wieder nach Wiesbaden, um den Rest der Woche zwischen hier und FFM arbeit zu erledigen. Dass ich gerade im Hotelzimmer sitze und schreibe - bei nur einem Bier! - werte ich nach dem Programm der letzten Wochen als durchaus gutes Zeichen. Immerhin sind ja die nächsten vier Abende schon wieder mehr oder minder exzessiv verplant.

Ich fürchte fast: es hört nie mehr auf. Willkommen im Non-Stop-Lifestyle.

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Wochenendpläne

Eigentlich steht diesen Freitag ein Besuch bei den Eltern auf dem Programm. Aber diese Party könnte mich ernsthaft dazu bewegen umzuplanen. Der Sound ist so fett (Achtung: Bass aufdrehen!), dass ich sogar ernsthaft das Feierwerk besuchen würde, dem ich eigentlich getreu des Motos “Einmal und nie wieder!” abgeschworen hatte. 

Böse und extrem Fett, was der Kollege Roommate da so produziert. 

Ich pumpe jetzt im Büro noch ein bisschen die Soundcloud Timeline und überdenke die Wochenendplanung nochmal. 

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